Montag, 9. November 2026, 18:30 - 21:00
DAS PROBLEM DER INTERPRETATION IN DER KUNSTTHERAPIE
Vortrag via Zoom
Interpretation in der Kunsttherapie umfasst die wesentliche Frage, wie Kunsttherapeutinnen den Werken ihrer Patientinnen und Patienten Bedeutung verleihen. Denn wir gehen davon aus, dass Bilder und Skulpturen das größte Potenzial dertherapeutischen Wirkung und Kommunikation enthalten.
Die Bedeutung jeglicher Kunst unterliegt generell einem ständigen Wandel, abhängig vonTheorie, Kontext, persönlicher Geschichte und psychologischen Zuständen. Diese komplexen Zusammenhänge erfordern in der Kunsttherapie besondere Strategien für visuelles Denken in der Kombination mit kritischem Denken und sprachlicher Kommunikationsfähigkeit. Kunsttherapeutinnen geraten dabei häufig in ein Dilemmazwischen der Achtung der Kunst in ihrem eigenen ästhetischen Dasein und der Notwendigkeit, ihre Bedeutungen zu entschlüsseln, mit dem Ziel, Patienten mit passenden Interventionen zu unterstützen.
Der Vortrag wird Ideen zur Interpretation in der Kunsttherapie vorstellen und diskutieren.Dabei werde ich sowohl auf psychodynamische Ansätze als auch auf die zeitgenössische Hermeneutik zurückgreifen, die sich mit der Kunst des Fragens befasst. Ich werde zeigen,wie wir in der Kunsttherapie komplexe Bedeutungszusammenhänge entschlüsselnkönnen. Eine sich daraus entwickelnde phänomenologisch basierte ästhetische Haltungbildet die Grundlage für spezifisch kunsttherapeutische Interventionen. Fallbeispiele zurIllustration werden integriert.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erforschen die Vielschichtigkeit des Themas der Interpretation in einer praktischen Übung und haben danach die Gelegenheit, ihre Erfahrungen zu diskutieren.
Für Studierende an der WSK werden 2 Einheiten Theorie und 1 Einheit Selbsterfahrung angerechnet.
Vortragende: Karin Dannecker
